Was ist eigentlich der „Bystander-Effekt“

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Unter dem Bystander-Effekt versteht man ein Phänomen, das bei Unfällen oder kriminellen Handlungen auftritt. Demnach ist die Hilfsbereitschaft bei Unfällen oder Überfällen abhängig von der Anzahl der dem Ereignis zuschauenden Personen. Je mehr Zuschauer, desto kleiner ist die Hilfsbereitschaft. Bekannt ist diese Phänomen auch unter den Bezeichnungen „Zuschauereffekt“ oder „Genovese-Syndrom“. Der Begriff „Genovese-Syndrom“ kommt von der US-Amerikanerin Kitty Genovese, die 1964 in New York City einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Der Überfall dauerte ca. eine halbe Stunde und wurde von mehreren Personen beobachtet, die aber keine Hilfe leisteten. John M. Darley von der New York University und Bibb Latane von der Columbia Universtität führten wissenschaftliche Untersuchungen durch, die die Gründe für das Nichteingreifen von Zeugen heraus arbeiteten. Als Hauptursachen identifizierten sie die „Aufteilung der Verantwortung“ und die „Pluralistische Ignoranz“.
Bei der „Aufteilung der Verantwortung“ kommt es zu einer Verantwortungsdiffusion. Es wird darauf gewartet, dass eine andere Person eingreift bzw. den ersten Schritt zur Hilfe wagt.
Unter „Pluralistische Ignoranz“ versteht man, dass die Einschätzung eine Situation als „Notfall“ zu klassifizieren mit der Erhöhung der Anzahl der Umstehenden sinkt.
Latane und Darley entwickelten auf der Grundlage ihrer Erkenntnisse ein 5-Phasen-Entscheidungsmodell für Hilfeverhalten.

1. Das Ereignis bemerken
2. Einschätzen der Situation als „Eingreifen erforderlich“
3. Verantwortung übernehmen
4. Entscheiden wie zu helfen ist
5. Helfen

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